3D-Druck in Ihrem Dentallabor. Lohnt sich die Anschaffung oder sollten Sie drucken lassen?

Im Dentalbereich nimmt die Bedeutung von 3D-Druck kontinuierlich zu. Durch die Vielseitigkeit des 3D-Drucks entscheiden sich Dentallabore vermehrt für die Investition eines Inhouse-Druckprozess. Die Unabhängigkeit im Druck von einem externen Dienstleister ist verlockend, doch wann genau lohnt sich die Anschaffung? Worauf muss geachtet werden, wenn 3D-Druck meinem Dentallabor helfen soll? Werfen wir dafür einen Blick auf die verschiedensten Aspekte einer Einbindung des 3D-Drucks im Dentalbereich.

Selber drucken! Der Start in den hauseigenen 3D-Druck

Ein eigenes Drucksystem bringt viele Vorteile mit, wenn man diese Entscheidung gut durchdacht hat. 3D-Druck im eigenen Labor ermöglicht eine schnellere Reaktion auf Ihre Auftragslage. Die Kommunikation muss nicht über einen externen Dienstleister laufen und die Wege sind somit kürzer. Sie können selbst die individuellen Spezifikationen Ihrer Kunden einpflegen und bei guten Prozesswegen am selbigen Tag ein Endprodukt in den Händen halten. Änderungen und Reprints sind schneller gemacht und die Produktion kann mit einer hohen Qualität schneller ablaufen. Jedoch bedarf es eines gewisses Know-How in der Bedienung und Fertigung mit 3D-Druckern. Wartungspläne müssen erstellt und eingehalten werden, sowie ein stetiger Qualitätscheck. Andernfalls kann kein zuverlässiger Druck zustande kommen. Außerdem muss es eine intensive Einarbeitung geben in den Gebrauch mit 3D-Druckern. Jemand muss sich um diese während der Arbeit kümmern. So geht Arbeitszeit in diesem Prozess verloren. Einher geht aber eine bessere Planbarkeit der Produktion. Unabhängigkeit gegenüber externen Dienstleistern spart Zeit. Keine Lieferungen bedeuten keine Verzögerungen nach der Produktion. Im finanziellen Blickwinkel sollte beim 3D-Druck im eigenen Haus die Stromrechnung im Auge behalten werden. Strom, Verbrauchsmaterialien wie verschiedenste Filamente oder Düsen sind anhaltende Kosten, die nicht unterschätzt werden dürfen. Auch die Anschaffung selbst ist nicht günstig: Ein Original Prusa Medical kostet 4.890,00€. Diese Fixkosten können am Anfang natürlich auf dem Papier erstmal mächtig wirken. Doch da besteht die finanzielle Stärke des 3D-Drucks im Dentalbereich. Bei regelmäßigen Druck und standardisierten Parametern verteilen sich diese Fixkosten auf viele Teile und kann so schnell wieder kompensiert werden. Die Frage ist, wie intensiv der Drucker Verwendung findet. Da die Anwendung aber vielseitig ist, kann sich bei hoher Stückzahl der 3D-Druck schnell auszahlen.

Profitieren von der Erfahrung externer Dienstleister

Einfach gesagt besteht bei dem externen 3D-Druck ein geringeres finanzielles Risiko. Es muss keine eigenen Infrastruktur aufgebaut werden und es ist der schnellste Weg, wenn schnell ein Ergebnis da sein soll. Nebenkosten werden so minimiert, was eine bessere finanzielle Planbarkeit ermöglicht. So kann sich das eigene Labor besser auf CAD und einzelne Fälle konzentrieren, da die Arbeit des 3D-Drucks einfach einem erfahrenen Dienstleister überlassen wird. Kompetente Dienstleister im 3D-Druck bieten bereits zuverlässige Ergebnisse durch jahrelange Erfahrung im Druck, was durch Qualitätskontrollen sichergestellt wird. Bspw. greift Puhlmann Printing Dental beim 3D-Druck auf 10 Jahre Erfahrung zurück, was eine konstante Qualität der Ergebnisse sicherstellt. Außerdem können komplexe Fälle gemeinsam angegangen werden. Dafür benötigt es jedoch eine gute Kommunikation zwischen Dentallabor und Dienstleister. Andernfalls können Fehldrucke entstehen und der Prozess sich verzögern. Hinzu kommt eine gewisse Abhängigkeit von Lieferanten. Ein Versand über etwaige Paketzusteller kann ebenfalls zu Verzögerungen führen; wer hat nicht schon länger auf ein Paket gewartet. Gleiches gilt im Falle eines Reprints, welcher eine erneute Lieferung und Zeit für einen neuen Druck in Anspruch nimmt. Um all dies zu umgehen benötigt es präzise Absprachen, weshalb Puhlmann einen kundennahen Support und kurze Transportwege bietet, um sich bestmöglich auf Ihre Produktion abzustimmen. Schlussendlich bleibt die Frage, ähnlich wie beim selber drucken, in welcher Stückzahl produziert werden soll. Bei vielen Modellen im Monat kann die Investition in einen hauseigenen 3D-Drucker lukrativer sein. Sind die Auftragszahlen schwankend, kann das Auslagern des 3D-Drucks zu einem Experten eher sinnvoller sein. Besonders bei knappem Personal kann dies den Workflow gut entlasten. In einem hybriden System, in welchem intern komplexe Modelle und extern Standardmodelle gedruckt werden, kann ein Dienstleister als ein guter Puffer in der Produktionskette dienen.

Intern vs. extern drucken

Die Frage, ab wann sich ein internes 3D-Drucksystem lohnt und wo ein externer Dienstleister sinnvoller ist, macht sich an der Stückzahl fest, welche produziert werden soll. 3D-Drucker müssen finanziert, installiert und gewartet werden. Daher sollte vorab klar sein, welche Menge an Modellen der 3D-Druck sicherstellen soll. Machen wir dafür ein paar Beispiele an Zahlen auf:

Weniger als 30 Modelle im Monat:
Hier kann die Finanzierung des 3D-Druckers schnell den positiven Effekt des eigenen Drucks verschlingen. Das Arbeiten mit 3D-Druckern für den Dentalbereich muss gelernt sein. Erst dann kann die eigene Produktion gut vom 3D-Druck profitieren. Dies zu erlernen bedarf jedoch Zeit. Nach der Anschaffung kann diese Zeit jedoch fehlen, da die Fixkosten schnell gedeckelt werden müssen. Extern drucken kann hier eine bessere Planbarkeit bieten, da einzig eine Stückzahl bestellt wird. Der Stress in der Installation und des Erlernens bleibt damit aus und erfahrene Dienstleister können diesen Teil übernehmen. Ein eigenes internes Drucksystem kann von Vorteil sein, wenn das Dentallabor vorrangig eilige Fälle drucken muss. Sollten die Aufträge am selben Tag noch erledigt werden, kann der 3D-Druck die Arbeit entlasten und schnell liefern, wenn man mit diesem gut eingearbeitet ist.

30-80 Modelle im Monat:
Hier ist ein hybrides System äußerst praktisch. Wie bereits im vorherigen Abschnitt angesprochen, kann hier ein externer Dienstleister ein guter Puffer sein in der eigenen Produktionskette. Eilfälle und komplexe Modelle werden intern produziert, während die Produktion von Standardmodellen extern ausgelagert werden. Dadurch kann bereits ein eigenes 3D-Drucksystem aufgebaut und installiert werden. Es werden erste eigene Erfahrungen mit 3D-Programmen gemacht, ohne das die komplette Produktionskette davon abhängig ist. Fehler, aus denen gelernt werden kann, beeinflussen so nicht die Arbeit des gesamten Dentallabors. Wichtig ist nur, dass eine Arbeitskraft für die Betreuung der Drucker freigestellt wird. So kann jemand den Umgang mit diesen sauber erlernen und eine anständige Produktion gewährleisten.

80-150 Modelle im Monat:
Ab hier verteilen sich die Kosten auf den Output. Kein Versand, keine Abhängigkeit von Stoßzeiten bei Dienstleistern und eigene Anfertigungen bei komplexen Modellen. Ein eigener 3D-Drucker kann Ihre Produktionskette erweitern und Sie im Workflow entlasten. Vorausgesetzt ist hier ein reibungsloses Einbinden der Datenaufbereitung, Wartung und Pflege durch bspw. eine abgestellte Arbeitskraft. Andernfalls können ständige Nachbearbeitungen und Reprints lästig werden und ausbremsen.

Mehr als 150 Modelle im Monat:
Ab 150 Modellen im Monat sollte man mit mindestens zwei 3D-Drucker planen. Ein 3D-Drucker hat nach anständiger Installation ein geringes Ausfallrisiko, kann an Wochenenden weiter drucken und kann in Ihren stressigsten Auftragszeiten souveräne Ergebnisse liefern. Zusammengefasst können mehr Aufträge in kurzer Zeit in hoher Qualität abgearbeitet werden. Um das angesprochene Ausfallrisiko weiter zu minimieren, kann ein zweiter Drucker unterstützen oder Sie schließen mit einem Dienstleister einen Rahmenvertrag, welcher in solchen Fällen als Backup dient. Wirtschaftlich Betracht ist der Inhouse-Druck dann in vielen Fällen die wirtschaftlich bessere Lösung, es sei denn, Sie wollen kein Personal für diese Arbeit binden. Ein externer Druck ist weiterhin möglich, aber eventuell teurer.

Ein Beispiel an Zahlen

Kosten für Eigenproduktion:

Nun ist deutlich, ab welcher Stückzahl sich welches Konzept lohnen kann. Zeit, sich einige Zahlen als Beispiel anzuschauen. Dafür schauen wir erstmal, welche Kosten beim eigenen Druck entstehen können. Den Original Prusa Medical haben wir ja bereits vorgestellt, daher nehmen wir ihn nun für unser Beispiel mit seinen 4.200€ inklusive Wash & Cure. Hinzu kommt eine Installation und Schulung, welche wir mit 1.400€ berechnen wollen. Schreiben wir diese Fixkosten nun über drei Jahre ab, sind dies ca. 156€ im Monat. Bei durchschnittlich 50 Modellen im Monat entstehen also weitere Modellkosten von 3,10€ pro Modell. Hinzukommen die Materialkosten für das Resin pro Druck mit 3,00€ und Strom mit 0,20€. Die Personalkosten sind hier nun ein entscheidender Faktor. Zahntechnikerinnen und Zahntechniker verdienen je nach Berufserfahrung unterschiedlich. Für unser Beispielrechnung gehen wir von einem Stundenlohn von 18€ aus. Die Arbeitszeit für das Nesting der Modelle, das Entfernen der Stützen und die sonstigen Schritte liegt bei ca. 30 Minuten. Wenn wir bei einem durchschnittlichem Druckjob von 4 Modellen ausgehen, verteilen sich die 9€ Personalkosten auf diese 4 Modelle. In Summe landen wir also bei 3,10€ (Investitionskosten) + 3,20€ (Material + Strom) + 2,25€ (Personalkosten) = 8,55€ pro Modell. Die Rechnung basiert auf Nettopreisen.

Kosten für Dental 3D-Druckenservice:

Die Preise für Druckdienstleistungen variieren natürlich. Wir bieten einen Modelldruck für 17,90€ pro Einzelkiefer an. Es können zusätzliche Kosten entstehen für Einzelstümpfe oder auch

Aus der finanziellen Sicht, wenn von Beginn an ein optimaler Workflow stattfindet, wären wir bei einem Break-Even Point (interner Druck mehr rentiert als ein externer) ab 13 Modellen pro Monat. Den wichtigsten Punkt haben wir jedoch für dieses Ergebnis noch nicht genug beleuchtet. Bei der Eigenfertigung entstehen nämlich unvorhersehbare Maschinenkosten. Tanks, Plattformen, Reinigungsmittel, Fehldrucke und Reparaturen. Die Drucker werden nicht dauerhaft von Beginn an durchlaufen, wodurch es zu Leerlaufzeiten kommt. Es wird auch eine Zeit dauern, bis die Mitarbeiter pro Druckauftrag maximal 30 Minuten brauchen für den gesamten Workflow; die Arbeit mit 3D-Druck will gelernt sein.

Was bedeuten diese ganzen Beispielrechnungen nun? Einfach gesagt, ist ein Inhouse Druck bei hohen Stückzahlen günstiger. Vorschnell wird aber der Faktor der Einarbeitung übersehen, der besonders zu Beginn besonders teuer werden kann. Die Zeit für die Einarbeitung der Handhabung, also bis wann mit einem ertragreichen Workflow gerechnet werden kann, beträgt 2 bis 3 Monate. Daher kann bei wenig Zeit und Personal ein externer Dienstleister rentabler sein, da dieser weniger finanzielles Risiko und sofortige Ergebnisse liefert. Die Entscheidung, was sinnvoller ist, bleibt also individuell abhängig vom Bedarf.

Hilfe bei der Entscheidung?

Wie man feststellt, der 3D-Druck bietet 2026 immer mehr Möglichkeiten. Damit auch Ihr Labor von dem Fortschritt des Dentaldrucks profitieren kann, braucht es erfahrene Berater an Ihrer Seite. Erst dann kann eine sinnvolle Investition und saubere Installation gewährleistet werden. Außerdem benötigt es eine stetige Wartung, damit keine Ausfälle Ihrer Drucker die Produktion behindern. Aus diesem Grund bietet Puhlmann Printing Dental ihren Vertragskunden eine gemeinsame Planung, Installation, Schulung Ihres Personals und regelmäßige Wartung. Sollten Sie jedoch an einer individuellen Fertigung interessiert sein, bieten wir einen hochwertigen Druck innerhalb von 48 Stunden mit Qualitätsversprechen und kurzen Transportwegen. Egal ob 10 und 200 Modelle im Monat, wir können Ihnen bei Ihrem 3D-Projekt helfen.

31.03.2026