3D-Druck ist eine der zugänglichsten Fertigungsmethoden, die in Laboren, Werkstätten und Büros heutzutage einsetzbar ist. Durch vergleichsweise schnelle und einfache Fertigungsprozesse wird 3D-Druck in der Industrie immer präsenter und ist schon längst nicht mehr nur ein Hobby im privaten Umfeld. Wichtig ist, dass in einer professionellen Fertigung, in der Drucker regelmäßig oder dauerhaft betrieben werden, neben einer regelmäßigen Wartung, auch ein entsprechender Arbeitsschutz gewährleistet wird. Besonders beim Betrieb mehrerer Drucker und bei der Nachbearbeitung der Modelle sind geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich. Hohe Temperaturen, Emissionen, Chemikalien, Staub, bewegliche Maschinenteile und der Umgang mit flüssigem Resin gehören zu den Themen, mit denen sich Anwender auseinandersetzen müssen. Ein bewusstes Sicherheitskonzept ist wichtig um negative gesundheitliche Folgen zu vermeiden. Wer die Grundlagen versteht, aufmerksam bleibt und Schutzmaßnahmen ernst nimmt, wird sich um die eigene Gesundheit keine Sorgen machen müssen. Dabei sollte Arbeitsschutz nicht mit Angst verbunden werden. Hier bietet sich die Chance, die eigene Fertigung zu professionalisieren.
Arbeitssicherheit beim Filamentdruck: Welche Gefahren bestehen?
Auch beim Filament 3D-Druck gibt es einige Punkte zu beachten, weshalb ein sicheres Arbeitsumfeld erforderlich ist. Dies kann jedoch mit überschaubaren Maßnahmen geschaffen werden, wenn mögliche Risiken bekannt sind und diese mit klugen Konzepten minimiert werden. Eine der offensichtlichsten Gefahren beim 3D-Druck ist Hitze. Die Düse und das Heizbett können bei unachtsamem Kontakt zu Verbrennungen führen. Außerdem kann durch technische Defekte oder brennbare Materialien ein Brandrisiko entstehen, weshalb der Druckerbereich immer aufgeräumt und frei von brennbaren Materialien sein sollte. Freie Fluchtwege, Rauchmelder und Feuerlöscher sollten daher zur Grundausstattung der Räumlichkeiten zählen. Hinzu kommen die beweglichen Achsen und automatischen Bewegungen, die nicht automatisch stoppen werden, wenn ein Finger sich im Weg befindet. Das Sicherheitssymbol „Achtung Quetschgefahr“ sollte gut sichtbar auf den Druckern angebracht werden. Erste-Hilfe-Material sollte bereits in jedem Büro gut erreichbar sein, besonders dort, wo mit Maschinen gearbeitet wird. Wer regelmäßig mit Filamentdruck arbeitet, sollte sich zusätzlich mit den Unterschieden zwischen PLA, PETG, ABS, ASA, Nylon und fasergefüllten Materialien vertraut machen. Dieses Wissen ermöglicht einen fachgerechten Umgang mit dem jeweils eingesetzten Material. Hinzu kommt die Notwendigkeit einer geeigneten Belüftung und Entsorgung der Druckreste nach dem Druck. Am Ende zeigt sich: Ein gutes Ergebnis im Filamentdruck erfordert auch eine sichere Arbeitsumgebung, besonders bei mehreren Geräten gleichzeitig, die über viele Stunden in Betrieb sind.
Risiken beim Resin- und Dental-3D-Druck! Worauf ist bei Chemikalien, Reinigung und Nachhärtung zu achten?
Beim Dental-3D-Druck mit flüssigem Resin ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich. Hier müssen auch deutlich stärkere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden als beim Filamentdruck. Dies liegt am Resin selbst, welches im flüssigen Zustand in Kontakt mit der Haut zu Rötungen, Brennen, Juckreiz und Entzündungen führen kann. Auch können die Resindämpfe krebserregend seinm sowie Isopropanol stark entzündlich sein. Wiederkehrender Hautkontakt kann zu einer Sensibilisierung führen. Bereits geringe Mengen können im späteren Verlauf eine allergische Hautreaktion beziehungsweise Kontaktdermatitis auslösen. Sollte Resin im Umgang versehentlich in die Augen geraten, kann dies ebenfalls zu Entzündungen führen. Nitrilhandschuhe, Schutzbrille und geeignete Arbeitskleidung reduzieren den direkten Kontakt mit dem Material und eine ausreichende Belüftung trägt dazu bei, die Belastung durch Dämpfe zu verringern. Eine ausreichende Belüftung ist wichtig, da Resin und Reinigungsalkohole flüchtige Bestandteile und Gerüche freisetzen können. Hier schreibt die Berufsgenossenschaft sogar vor, dass eine Resin Waschstation eine eigene Abluft haben muss. Die Problematik hier ist nur, dass die meisten Hersteller so etwas nicht in Ihren Maschinen berücksichtigen. Luftdichtverschlossene Behälter können zusätzlich dazu beitragen, die Freisetzung von Dämpfen zu verhindern. Mögliche Folgen eines unzureichenden Abluftsystems sind gereizte Augen und Atemwege, Husten, Unwohlsein oder Kopfschmerzen. Ethanol und Isopropanol bilden leicht entzündliche Dämpfe, welche schwere Augenreizungen sowie Schläfrigkeit oder Schwindel verursachen können.
Trotz dieser Risiken muss der Umgang mit Resin und Isopropanol nicht mit Angst verbunden sein. Mit geeigneten Schutzmaßnahmen lässt sich die Belastung deutlich reduzieren. Wichtig ist, sich der Gefahren am Dental-3D-Druck-Arbeitsplatz bewusst zu sein, da schon mit kleinen Sicherheitsüberlegungen ein Großteil der Gefahren minimiert werden kann.
Ein sicherer und organisierter 3D-Druck-Arbeitsplatz
Ein sicherer Arbeitsplatz stellt eine zuverlässige und sichere Produktion sicher. Viele kleine Maßnahmen können schon dazu beitragen, den eigenen 3D-Druck zu professionalisieren und weiterzuentwickeln. Um sich möglichst einfach mit Schutzmaßnahmen auseinanderzusetzen, sind die bereitgestellten Sicherheitsdatenblätter praktisch. Je nach Produkt werden Sicherheitsdatenblätter mitgeliefert oder vom Hersteller beziehungsweise Händler digital bereitgestellt. Sie sind eine wichtige und nützliche Informationsquelle zu möglichen Gefahren, geeigneter Schutzausrüstung, Lagerung, Belüftung, Erste Hilfe und Entsorgung. Sicherheitsdatenblätter liefern also eine erste Grundlage, um sich mit der Sicherheit am Arbeitsplatz auseinanderzusetzen.
Für ein professionelles Sicherheitskonzept sollte eine fachgerechte und regelmäßige Betreuung Ihres 3D-Druckbereichs eingeplant werden. Mit unserer Beratung sind Sie sowohl arbeitssicherheitstechnisch als auch drucktechnisch bestens aufgestellt.
Mehrere Drucker sollten nicht über überlastete Mehrfachsteckdosen betrieben werden. Kabel, Netzteile und Steckerverbindungen können auch von einem selbst immer wieder überprüft werden. Bei Zwischenfällen und Fragen kann eine Dokumentation der Ereignisse von Vorteil sein. Damit kann ein Dienstleister, der die 3D-Drucker wartet und repariert, mögliche Probleme besser nachvollziehen und gezielter beheben. Mit einer zusätzlichen Einarbeitung der Mitarbeiter und einer klaren Zuweisung der jeweiligen Aufgaben im Druckprozess kann die Fehlerquote weiter minimiert werden. Sicherheit am 3D-Drucker bedeutet auch zu verstehen, worauf man selbst bei einem Druckvorgang achten sollte. So kommt es zu weniger Unfällen und zu einem besseren Verständnis für die Druckprozesse, was die Qualität der Modelle unterstützen kann. Deshalb sollten alle Mitarbeiter eine regelmäßigen und dokumentierten Sicherheitsunterweisung bekommen. Passende Schulungen können dabei helfen, das nötige Wissen über für eine 3D-Druck Sicherheitsunterweisung aufzubauen.
Die Arbeitsbereiche reichen vom Druck selbst über die Nachbearbeitung und Reinigung bis hin zur Nutzung der gedruckten Modelle. Diese Bereiche sollten sauber getrennt sein. Auch wenn ein kleinerer 3D-Drucker sehr platzsparend ist, sollten alle weiteren Schritte nach dem Druckvorgang ihren eigenen Platz haben. Dabei muss nicht jeder Arbeitsschritt in einem eigenen Raum stattfinden. Häufig reicht bereits eine eindeutige Aufteilung des Arbeitsplatzes in verschiedene Zonen. Dies hilft nicht nur bei der eigenen Ordnung, sondern kann auch verhindern, dass der 3D-Drucker bei der Nachbearbeitung mit Resin verunreinigt oder angestoßen wird.
In einem Labor sollten ein Feuerlöscher und ein Erste-Hilfe-Set bestenfalls bereits vorhanden sein. Die Vorgehensweise bei Störungen wie Rauchentwicklung, Brand oder Explosion, sollte mit den zuständigen Mitarbeitern im Rahmen einer Brandschutzunterweisung abgestimmt sein.
Ein letzter Punkt, der schnell unterschätzt werden kann, ist die fachgerechte Entsorgung der Druckabfälle und die Reinigung der Drucker. Dabei helfen ein eigener Entsorgungsplan und klare Zuständigkeiten für die Drucker. Besonders beim Umgang mit Resin sollte ein sicherer Entsorgungsweg festgelegt sein, da eine Entsorgung über den gewöhnlichen Hausmüll nicht zulässig ist. Isopropanolabfälle müssen in einem Gefahrstoffschrank eingelagert werden bis zum Tag der Entsorgung. Örtliche Entsorgungsbetriebe nehmen die Isopropanolabfälle gegen einen Literpreis an. Unausgehärtetes Resin sollte vollständig ausgehärtet werden vor der Entsorgung. Dabei kann es helfen einen transparenten Behälter mit den Resinabfällen zu füllen und in die Sonne zu stellen bis das Resin vollständig ausgehärtet ist.
Die Einrichtung und Installation ist nicht mit dem Kauf des Geräts abgeschlossen und sollte vorausschauend geplant werden, wenn man vom eigenen 3D-Drucker zuverlässige Ergebnisse erwarten will. Die Angaben im Sicherheitsdatenblatt können als erste wichtige Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung dienen und dabei unterstützen, mögliche Schwachstellen im Arbeitsablauf zu erkennen.
Mit Arbeitssicherheit den eigenen 3D-Druck weiterentwickeln
Arbeitssicherheit ist in allen professionellen Betrieben ganz normal und nichts Neues. Da der 3D-Druck immer professioneller wird und sich stetig in unterschiedlichsten Produktionsbereichen etabliert, werden Sicherheitskonzepte für viele Branchen immer wichtiger. Dies bietet die Chance, die eigene Produktion nicht nur auf Sicherheit zu prüfen, sondern Risiken innerhalb der Arbeitsabläufe zu reduzieren, was die Qualität und Leistung verbessert. Die Berufsgenossenschaft wird bei dem Thema 3D-Druck auch immer aufmerksamer und achtet auf verschiedene Sicherheitsaspekte. Dentallabore und Praxislabore, die mit 3D-Druck arbeiten sollten sichere Prozesse von Anfang an etablieren und diese kontinuierlich weiterentwickeln. So kann die eigene Fertigung mit 3D-Druck schrittweise ausgebaut werden und man hat keine gesundheitlichen Konsequenzen zu erwarten.
Lassen Sie sich gerne von uns für Ihr Labor ein geeignetes Sicherheitskonzept entwickeln.